Wir sind gerade hier: Alzenau 🇩🇪

Crocs around the world

26.-28.02.2023 – Lampung, Danau Ranau, Lahat

“Hello Mister” - Ich bin Mister, Sven ist Mister, alle Weißen sind Mister. Mister ersetzt die Bezeichnung “Bule” für Europäer, etwa dem Gringo in Südamerika. Wir sind also in Sumatra angekommen und nach den ersten Tagen muss ich die Eindrücke erstmal sacken lassen.

Danau (= See) Ranau ist ein vulkanischer Kratersee in den Regionen Lampung und Süd-Sumatra und nach Lake Toba im Norden der zweitgrößte See Sumatras. Geplant hatten wir eine Bootstour um den See, dann die heißen Quellen am Fuß des Gunung Seminung und den Strand anzusteuern.

Die Busfahrt von Jakarta nach Ranau dauerte 19 statt 17 Stunden, die Fähre war entspannt und die Sitze echt bequem. Als wir um etwa halb 8 in der Früh unser Ziel erreichten, war ich hundemüde, da meine Kopfhörer gegen die ohrenbetäubende indonesische Elektromusik vom Busfahrer nicht ankamen. Kaum hatten wir einen Blick auf den See geworfen, hatte uns schon jemand wegen einer Bootstour angequatscht. Da wir uns aber zunächst um eine Unterkunft und Frühstück kümmern wollten, vertrösteten wir mit Zeichensprache und unseren Google-Übersetzungs-Skills den Typen auf Mittags, woraufhin er uns (wahrscheinlich seiner Meinung nach unauffällig) folgte und beobachtete. Abwimmeln lies er sich nur schwer und ständig war er dann doch wieder um uns herum 🙄

Auf dem Weg zum sog. Alun-Alun, einer Art Versammlungsplatz am See, waren wir sofort wieder im Zentrum des Interesses und top-ungestylt mit unseren Augenringen das ideale Fotomotiv für sämtliche Dorfbewohner und Besucher des Sees. Als wir dann eine passende Unterkunft zu einem erschwinglichen Preis gefunden und unter Beobachtung des Bootstypen und seinem Gefolge gegessen hatten, sahen wir leider keine andere Möglichkeit, als unsere Wunschtour mit ihm zu machen, obwohl wir normalerweise bei so einem Verhalten schon aus Prinzip nichts buchen. Da wir letztlich allerdings nicht genug Cash hatten, es nur einen einzigen Automaten in der Umgebung gab, der aber nicht funktionierte, und sämtliche andere Zahlungsarten auch nicht gingen, hatte sich das erledigt. Rollervermietungen gibt es nicht, daher konnten wir auch nicht anderweitig zu den Quellen gelangen oder uns den See aus einer anderen Perspektive anschauen.

Nicht nur, dass wir die Bootsfahrt nicht machen konnten, wir hatten zum Ende hin auch Bedenken, dass wir mit unserem Bargeld überhaupt auskommen. Alles ziemlich ärgerlich und uns eine Lehre, zumal es in Jakarta easy gewesen wäre, nochmal was abzuheben. Da es ab dem frühen Nachmittag heftig regnete und den Rest des Tages nicht wirklich aufhörte, waren wir im Nachhinein allerdings froh, dass die Bootsfahrt nicht geklappt hat. Und gesehen haben wir ja trotzdem was, waren halt dann einfach zu Fuß unterwegs.

Nach ca. 4 Stunden mit einem Minivan und nochmal 4 Stunden mit 6 weiteren Leuten zusammengepfercht in einem Auto, erreichten wir Lahat, wo wir einen Ausflug zum Wasserfall Curup Maung außerhalb der Stadt machen wollten.

Auch in Lahat hatten wir keine Chance einen Roller zu mieten und die Weiterfahrt zu organisieren, war relativ schwierig. Mittlerweile frage ich mich, ob die Anbieter überhaupt selbst wissen, wann und wohin ihre Busse fahren. Der Herr und seine Tochter, mit denen wir unseren Bus nach Payakumbuh gebucht haben, waren dennoch sehr bemüht und haben auch von irgendwo her 2 Fahrer organisiert, die uns auf ihren Rollern zum Wasserfall gefahren haben. Der Wasserfall lag inmitten einer Kaffeefarm im Wald und auf der Fahrt dorthin hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die Berge. Eigentlich war außer uns kein Mensch dort zu sehen, trotzdem kam dann einer her und wollte Geld dafür dass wir uns an einem Stück Natur erfreut haben, wie immer 🤦🏻‍♀️ Der eine Fahrer war so unsicher auf dem schmalen Waldweg, dass, nachdem er auf dem Rückweg wieder 2 Mal mit mir ins Gebüsch gefahren ist, er nach hinten gerutscht ist und sich hat zurück fahren lassen 😂

Next Stop Payakumbuh.

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