01.-06.03.2023 – Payakumbuh, Harau
In Payakumbuh ist soo viel passiert, ich versuch mich kurz zu halten…😅 Schon länger sind wir bei der Volunteering-Plattform ‘workaway’ angemeldet. Oft gesucht werden Aushilfen für Farming, Teaching und Mitarbeit in Hostels, die Arbeit ist in der Regel halbtags gegen Unterkunft und Verpflegung. Bisher hat das bei uns aus verschiedenen Gründen nicht geklappt, aber das sollte sich nun ändern. Noch während unserer Zeit in Java wurden wir von Gita kontaktiert, mit der Anfrage sie in West-Sumatra beim Unterrichten von Teenagern in IT und Englisch zu unterstützen. Zwar hatten wir nur noch 2 Wochen und einige Ideen für Sumatra, dennoch wollten wir die Chance nutzen und sie für 5 Tage unterstützen.
Nach knapp 24 Stunden Busfahrt konnten wir am Donnerstag Mittag in Payakumbuh bei Gita an die Tür klopfen. Sie ist private Englischlehrerin und besucht mit ihrem Programm ab und zu örtliche Schulen, ansonsten unterrichtet sie zu Hause.
Am ersten Tag haben wir uns ausgetauscht, Ideen für die kommenden Tage entwickelt und ihren Unterricht begleitet.
Für den nächsten Tag war ein Besuch der örtlichen muslimischen Schule geplant. Gemäß Briefing hab ich erwartet, in eine Klasse mit ca. 25 Schülern zu gehen, mit ihnen zu interagieren, ein Wortspiel zu spielen und wieder zu gehen. Als wir dort ankamen wurden wir allerdings erstmal von der Englischlehrerin zum Direktor geführt, um uns ausführlich kennenzulernen und auszutauschen. Dann wurden wir der Klasse vorgestellt und die Schüler durften uns mit Fragen löchern. Abschließend, weil ich ja so gut spontan reden halten kann, durfte Miss Kassie dann noch eine Motivation Speech halten und die Schüler unvorbereitet dazu bringen, mehr Interesse an Englisch zu haben. Und weil es so schön war, durfte Mister Sven sich auch nochmal schnell was überlegen 😂 Die Lehrer und der Schulleiter waren so begeistert, englischsprechende Gäste begrüßen zu dürfen, dass wir nach der typischen Photo-Session für den nächsten Tag erneut eingeladen wurden. Ich hab keine Ahnung wie es dazu eigentlich kam, aber dabei wurde beschlossen, dass wir Pizza backen und die Schüler was für uns vorbereiten würden. Danach wurden wir nach Hause eskortiert. Crazy. Ich war gespannt auf den nächsten Tag und hab dann Abends erstmal ein paar motivierende Worte für alle Fälle zusammengeschrieben…
Stell dir vor, du bist früh aufgestanden und fährst mit deinem geliehenen Roller über einen schmalen huckeligen Weg auf den Parkplatz der Schule, die zur Feier deiner Anwesenheit ein kleines Fest vorbereitet hat. Du steppst also vom Fahrtwind zerzaust in den Schulhof und dich schauen über 200 uniformierte Jugendliche und die gesamte Lehrerschaft erwartungsvoll an, während du zu der kleinen Bühne gehst, die sie aufgebaut haben. Ich hab mich gefühlt wie ein Superstar umzingelt von Fans und Paparazzi, aber underdressed und angespannt. Da ich es ja absolut liebe im Mittelpunkt zu stehen, kann man sich etwa vorstellen, dass Das der absolute Horror für mich war. Nachdem das ganze Spektakel richtig angefangen hatte, hat sich die erste Aufregung und das ‘Ach du Scheiße, was machen wir eigentlich hier’-Gefühl aber schnell gelegt und es hat sich ein lockerer Erzählmodus eingestellt. Die Fragen der Kids waren ziemlich interessant, es ist ihnen wichtig zu erfahren, wie wir ihre Stadt und Indonesien finden und verschiedene Dinge wahrnehmen, sie interessieren sich aber auch für unser Leben in Deutschland. Die Pizza zu backen war dann ziemlich cool, vorallem als sich die starre Akteur/Beobachter-Situation aufgelöst hatte, die Schüler sich um unseren Tisch versammelt haben und lockere Gespräche entstanden sind. Zwar merkt man, dass sie nicht alles verstehen, dennoch ist es schön zu sehen, dass sie sprechen üben wollen und generell an Englisch und Ausländern Interesse zeigen. Danach wurden wir noch im Lehrerzimmer zum Mittagessen eingeladen. Ein unglaublicher und gelungener Tag voller Gastfreundschaft, Aufregung und unerwartetem Spaß.
Am Sonntag haben wir einen Ausflug in die Schlucht von Harau gemacht, einem Brautpaar auf seiner Hochzeit kurz die Show gestohlen und mit Blick auf die atemberaubenden Reisterrassen auf einem nahegelegenen Berg Tee getrunken.
Nach dieser einmaligen Erfahrung geht es weiter zum Lake Toba im Norden.
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