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Crocs around the world

15.01.-15.03.2023 – Indonesien: Bali, Java, Sumatra

Der Vogel ist neben Frau und Haus ein wichtiges Statussymobol für die Männer Indonesiens 😉

Essen

Von klassischen Restaurants über traditionelle kleine Lädchen “Warungs” bis Streetfood. Am Anfang haben wir uns etwas durchprobiert und sind dann an bekannten Gerichten erstmal hängengeblieben. Neues testen war zwischendurch schwierig, weil es oft keine Karte gab und wir direkt mit einem netten “Nasi Goreng?” begrüßt wurden. Mangels Sprachkenntnissen haben wir dann einfach zugestimmt, aber Mie und Nasi Goreng geht auch einfach immer! Mein favorite indonesian Food ist Gado-Gado, eine Art Salat mit gekochtem Gemüse und Erdnusssoße. Die beste Entdeckung ist Tempe, fermentierte Sojabohnen, in allen Variationen. Zum Frühstück gibt es normal Nasi Goreng oder Lontong. Die Einheimischen holen sich meist was und nehmen es mit nach Hause oder bestellen bei Grab Food; auswärts gegessen wird eher Mittags und selbst gekocht selten oder nur in größeren Familien. Außerdem wird normal mit Händen oder Stäbchen und oft auf dem Fußboden gegessen. Dazu gibt es Es Teh, Eistee.

Ob gebratene Ente auf dem Boden der Straßen Jakartas, heftig scharfe Nudeln bei Mie Gacoan, Sate beim Straßenstand um die Ecke oder ein spontanes Reisgericht auf Tour, es war alles richtig lecker. Man sollte sich manchmal allerdings nicht so genau umschauen 😅

Unterkunft und Transport

Umso westlicher wir gelangt sind, desto schwieriger wurde es hinsichtlich Unterkünften. Auf Bali war es noch relativ problemlos, wenn auch die Zimmer nicht grade neu und ultra komfortabel waren. Auf Java hat die Buchung über Booking oft nicht funktioniert und es kam vor, dass vor Ort doch kein Zimmer frei oder es anders als beschrieben war. Die Zimmer sind oft winzig, meist wirken sie dreckig oder sind es und fleckenfreie Bettwäsche war Luxus. Wenn es zu heftig war, musste dann auch hin und wieder mal die Hängematte als Unterlage ran. Auf Sumatra üblich und verbreiteter als Hotels waren Homestays, private Zimmer mit Gemeinschaftsbädern in größeren Wohnungen oder Häusern. Hostels gab es insgesamt nur selten.

In den Bädern findet man meistens eine für Asien typische Toilettenbrause. Oft bestand die Toilette aber auch klassischerweise einfach aus einem Loch mit Wanne im Boden und einem Wassereimer daneben. Mit Wasserschüssel wird dann auch geduscht. Manchmal war die Dusche ein Loch in der Wand oder ein Schlauch, und das Wasser überwiegend kalt.

Die Straßen sind oft in Ordnung, manchmal schlecht und hin und wieder ist der Ausdruck Straße einfach nur unzutreffend. Gehwege gibt es so gut wie keine. Der Roller ist unser liebstes Erkundungsfahrzeug. Man ist schön flexibel, findet überall einen Parkplatz und steckt nicht im Stau. Aber man muss es sich trauen. Denn die Indonesier kaufen sich schon auch einfach mal ihren Führerschein, was man nicht selten an der Parkbefähigung oder ganz allgemein im Verkehr erkennen kann. Zum Thema Verkehr will ich auch unbedingt die Kinder erwähnen, also wirklich Kinder, die hier auf Motorrädern entweder alleine oder mit ihren Geschwister herum fahren 😬 Getankt wird auf dem Dorf aus Flaschen oder mobilen Tankautomaten vor Wohnhäusern. Leider gibt es in Sumatra, außer in den nördlichen Touristenorten, keine Möglichkeit Roller zu leihen, weshalb wir auch hin und wieder mal in der Stadt festgesteckt haben und nicht wirklich viel entdecken konnten. Gleiches mit Geldautomaten, besser mehr Bargeld mitnehmen, man weiß nie wann man wieder einen findet und Angst vor Raub oder Diebstahl braucht man nicht haben.

Das Zugnetz auf Java und das Bussystem auf allen 3 Inseln war ziemlich gut. Wobei in Sumatra es schwierig war, einen passenden Fernbus zu bekommen, da Online nichts zu buchen oder überhaupt zu finden war. Hat man vor Ort glücklicherweise was gefunden, war die weitere Organisation mangels Sprache und Mehrfachverwendung gleicher Ortsnamen ziemlich schwierig. Wegen dessen Größe (etwa wie Spanien) waren die Fahrten innerhalb Sumatras mit ~20 Stunden auch immer extrem lang, aber es gab unterwegs viel zu sehen. Die Reisebusse sind sehr bequem, die Busunternehmen unverschämte Abzocker und die Busfahrer hören gerne einen Interpreten in Dauerschleife bei enormer Lautstärke. Über den Fahrstil lasse ich mich nicht aus. Manchmal war ich froh, lebend angekommen zu sein. Bei den kleinen Vans ist Glück, wenn man sich den Kopf nicht ständig anhaut und man sitzt besser nicht auf dem Platz direkt über der Achse.

Menschen

Indonesier sind sehr höflich, interessiert, freundlich und bemüht, aber eher zurückhaltend. In Sumatra sind sie bisschen ruppiger im Vergleich, da wirst du zur Begrüßung auch mal am Arm gepackt und bekommst kräftig die Hand geschüttelt. In touristy Bali war Englisch weit verbreitet, auf Java in größeren Städten und bei jüngeren Leuten auch zumindest ansatzweise vorhanden und in Sumatra mit ganz wenigen Ausnahmen nur in den richtigen Touristen-Hotspots üblich. Oft trauen sie sich auch nicht, Englisch zu sprechen oder lachen andere aus, die es versuchen. Kein Wunder und Respekt denen, die es probieren.

Die Leute sind stolz auf ihr Land und viele von ihnen waren noch nie wirklich (weiter) weg und wollen das auch garnicht. Sie wollen wissen, warum wir Indonesien besuchen, wo wir schon waren und wo wir noch hingehen, was und warum es uns gefallen hat und wie wir Indonesien auch im Vergleich zu Deutschland wahrnehmen. Jemand hat uns gefragt, ob wir einen Kulturschock bekommen haben, als wir nach West-Sumatra gekommen sind. Haben wir nicht, aber wären wir nicht vorher schon 6 Wochen in Indonesien rumgereist oder noch nie in Asien gewesen, wäre meine Antwort ziemlich sicher Ja gewesen. Sonst sind sie sehr hilfsbereit und bewundern Weiße ziemlich stark. Ich glaube in den vergangenen 6 Wochen sind mehr Fotos von mir entstanden, als in den letzten 29 Jahren. Manchmal fand ich das ziemlich nervig, aber zu sehen, wie sie sich darüber gefreut haben, war dann doch echt süß.

Highlights

Die 2 Monate in Indonesien waren ziemlich spannend, manchmal anstrengend und demotivierend, aber auch total faszinierend. Durch couchsurfing und workaway haben wir eine ganz andere Seite des Landes und eine neue Form des Reisens kennengelernt, die uns einen noch authentischeren Eindruck von Indonesiens Vielfalt gegeben hat. Wir haben dabei viele tolle Menschen kennengelernt, gesehen wie das Leben hier funktionieren kann und wie unterschiedlich die Lebensweisen sind. Auch die verschiedenen Einstellungen und Handhabe der Religion im muslimischen Land war ziemlich interessant. Außerdem bietet Indonesien wunderschöne, für Fremde schwer erreichbare Naturattraktionen und eine unglaubliche Vulkanlandschaft.

Am beeindruckendsten fand ich definitiv die Vulkane und in den Krater eines aktiven Vulkans zu schauen! Von den beiden Ausbrüchen des Merapi in Zentral-Java oder den heftigen Überflutungen in Jakarta und West-Sumatra vor kurzem haben wir nichts mitbekommen.

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