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Crocs around the world

22.05.-06.07.2023 - Kambodscha, Vietnam

Transport und Verkehr

Wir sind ja zwischenzeitlich schon einiges von den südostasiatischen Straßen gewohnt, aber Kambodscha ist nochmal härter, als alles was wir zuvor erlebt haben. Und das wurde in Vietnam noch getoppt.

Der Verkehr in Vietnam ist ein Abenteuer, vorallem in Saigon und da insbesondere in Kreiseln. Man hat nicht nur das Gefühl, dass jeder einfach drauf losfährt, sondern es ist tatsächlich so. Aber es funktioniert. Mit mehreren dutzend Motorrädern, Rollern und Autos passt man sich dem unsystematischen Verkehrsfluss einfach an und betätigt immer mal wieder die Hupe, denn das haben wir ja schon gelernt, entbindet von der Einhaltung jeglicher offiziell bestehender Verkehrsvorschriften. Und die wichtigste Regel, vorallem als Fußgänger: Niemals stehen bleiben.

Die Busse sind ziemlich bequem, in Vietnam gab es für Fernstrecken überwiegend sog. Sleeperbusse, in denen man keine normalen Sitze hat, sondern 3 Reihen Stockbetten findet. Die Busse waren alle sehr sauber, relativ pünktlich und preislich völlig in Ordnung. Gerade auch in Vietnam, wo eine Busfahrt von 6-12 Stunden keine Seltenheit ist, haben wir meist 10-15€ p.P. gezahlt und die Teuerste lag bei 20€. Auch Züge und öffentliche Busse waren günstig und komfortabel. Einzig ärgerlich war, dass man als Tourist in Süd- und Zentralvietnam die kostenfreien Shuttle vom Bahnhof zum Hotel zwar nutzen kann, man aber hartnäckig bleiben und geduldig sein muss, weil die Taxifahrer über dir natürlich blinkende Dollarzeichen aufsteigen sehen.

Ansonsten sind die Straßen sowohl in Kambodscha als auch in Vietnam überwiegend gut erhalten, aber wenn kaputt, dann richtig. In Kambodscha ist die Luft sehr staubig.

Mensch & Haus

Die Unterkünfte waren alle sehr sauber, gut organisiert und auch im unteren Preissektor ohne Beanstandung und leicht zu finden. In beiden Ländern findet man “Homestays”, die aber keine klassischen Homestays, sondern eher familiengeführte Hotels sind.

In Kambodscha sind viele Häuser außerhalb der Städte sehr einfach, aufgeständert und aus Holz, wirken aber sehr geräumig. In Vietnam sind Gebäude überraschenderweise sehr modern und wirken sehr robust. Viele der Häuser stehen im hinteren Bereich des Grundstücks und haben einen Hof, Gärten gibt es selten. Ich würde Kambodscha insgesamt mit Indonesien vergleichen und Vietnam etwa mit Thailand. Der Französische Einfluss ist in beiden Ländern deutlich erkennbar.

Ich hab noch nie so überfüllte Strände gesehen wie in Vietnam. Aber man kann es ihnen nicht verdenken, denn es ist extrem heiß. Vietnamesen versuchen daher die Mittagshitze zu meiden und legen sich lieber nochmal hin, auch die Mitarbeiter von Shops oder in Hostels findet man nicht selten (allerdings zu jeder Tag- und Nachtzeit) schlafend vor. Ab Nachmittag sind dann gefühlt alle Einwohner der Stadt und Touristen am Strand oder im Meer. Kaum jemand kann schwimmen, daher tragen die Vietnamesen alle orange leuchtende Schwimmwesten im Wasser, sobald es etwas tiefer wird. Das Wasser selbst war sehr warm und flach, aber im Süden trotzdem noch erfrischend. Auch die Strände waren sehr aufgeräumt und einladend.

Die Menschen waren freundlich und hilfsbereit, aber oft an uns als Ausländer nicht wirklich interessiert. Die Kinder in Kambodscha waren eher neugierig, die vietnamesischen Kinder eher frech.

Vietnam ist das erste Land, das es schafft so mit Klimaanlagen umzugehen, dass man bei Betreten eines Geschäfts nicht erfriert und es trotzdem angenehm kühl ist.

Essen

In Vietnam muss man sich darauf einstellen, dass eine besorgte Dame an deinen Tisch kommt und dir im Essen rumrührt, damit sie sicher sein kann, dass du ihr Gericht auch richtig isst. Es gibt überwiegend Suppen und/mit Reisnudeln, häufig Salat und Schweinefleisch, Reis eher selten. Hauptsächlich wird mit Stäbchen gegessen und die Suppe direkt aus der Schüssel getrunken. Oder vielmehr geschlürft. Abfall wird oft direkt in den Abfalleimer neben dem Tisch oder einfach auf den Boden geworfen. Zwar bin ich kein Fan von Suppen, habe allerdings letztlich doch Gefallen an der klassischen vietnamesischen Suppe Phở gefunden. Außer in richtigen Restaurants isst man auf der Straße in Kambodscha und Vietnam immer an Mini Tischchen und Stühlchen, die aussehen, als ob sie aus dem Kindergarten geklaut wurden. Für uns als vergleichsweise große Menschen war das manchmal eine kleine Herausforderung. Ich bin davon ausgegangen, dass vietnamesisches Essen scharf ist und wurde dahingehend enttäuscht.

Am besten geschmeckt habt mir in Kambodscha das Nudelgericht Lort Chha. In Vietnam war die Krabbensuppe (Bánh Canh Cua Roi) fantastisch, aber mein Favorit Bún Thit Nuong (Flache Reisnudel mit Salat und mariniertem Schweinefleisch). Die Sandwichs Banh Mi gingen immer.

Highlights

Kambodscha hat mich sehr positiv überrascht. Siem Reap mit der beeindruckenden Tempelanlage Angkor, Battambang und der kleine Küstenort Kep haben uns wirklich gut gefallen.

Vietnams Süden hat mir nicht so gut gefallen, aber dafür Zentral- und Nordvietnam umso besser: Die Kaffeeregion um Da Lat, die Altstadt in Hoi An, das Naturphänomen Ha Long und unsere Motorradtour in Ha Giang.

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