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Crocs around the world

07.10.-14.10.2022 – Río Amazonas

  • Unser Frachtschiff OMEGA blieb noch eine Nacht am Hafen zur Beladung stehen und hat am Samstagmorgen abgelegt. Nachdem wir an einem zweiten Hafen in Yurimaguas gehalten hatten, konnten wir am Nachmittag mit Schweinen, Baumaterialien, Obst und Gemüse beladen lostuckern. Nachdem wir ein paar Stunden gefahren sind, haben wir für die Nacht angehalten.
  • An Bord gibt es eine Bordküche, 3 “Bäder” und ein offenes Deck als Schlafbereich. Unter Deck sind die Kabinen der Crew und weitere Fracht. Auf einem Schiff zu Wohnen ist zwar gewöhnungsbedürftig und das erste Mal Duschen hat mich zugegebenermaßen ein klein wenig Überwindung gekostet (weil ich nirgends wenigstens mein Handtuch hab hinhängen können, ohne dass es nass und dreckig wird), aber bei genauerer Betrachtung ist es nicht unhygienisch, sondern eher einfach alt und vom Wasser mitgenommen. Wenn die Klingel von unten schallt, verbunden mit dem freundlichen Ruf „Comida", gibt es Essen - meistens ein Reisgericht mit Huhn oder Fisch und Banane oder Kartoffel.
  • Cuninico - Sonntag früh, nur unwesentlich nach der Abfahrt, wurden wir das erste Mal angehalten. Stell dir vor, du liegst in deiner Hängematte, schaukelst noch ein wenig vom Wellengang des Flusses und dir ist noch ein wenig fröstelig von der kühlen Nacht. Es ist kurz vor 6 Uhr als du von lauten Rufen und aufgeregtem Getrampel neben deinem Kopfkissen geweckt wirst und siehst mit deinen noch halb geschlossenen müden Äuglein, wie eine mit selbstgebastelten Speeren bewaffnete Horde Crewmember aufs Deck stürmt und von allen Seiten das Schiff von ebenfalls “bewaffneten” Menschen aus kleinen Booten und von Land lauthals angebrülllt wird - so müde bist du dann doch nicht mehr. Wir waren ja zum Glück auf eine Protestsituation vorbereitet, sonst wäre ich glaube vor lauter Schreck aus der Hängematte gefallen. So dramatisch war es dann auch nicht, einzige Konsequenz war, dass wir anhalten mussten, ohne einschätzen zu können, wie lange der Stopp dauern würde. Kam auch keiner aufs Schiff und hat uns gefesselt oder sowas ;-) Nun, dann haben wir die Zeit bei brütender Hitze auf dem Schiff vor uns hingekocht und da wir natürlich auch raus durften, das schöne Dschungeldörfchen erkundet. Nach 2 Tagen Halt hatten wir mit den anderen Passagieren schon unsere Abreise und Weiterfahrt mit einem Schnellboot organisiert (da es hieß wir werden voraussichtlich noch weitere 5 Tage stehen), als wir unvermittelt Mittwochnacht um 1 Uhr weiterfahren durften. Sofort hieß es, Anker einholen und ab gehts.
  • San Jose de Saramuro - Mittwoch in der früh dann bereits leider der zweite Stopp, diesmal aber relativ unspektakulär. Auch hier haben wir fast 2 Tage gestanden und konnten das Schiff verlassen. Die Orte waren sich ähnlich, ein steinerner Weg entlang des Wassers, rechts und links kleine Holzhüttchen, überall Hühner, Hunde und Katzen, aber keine Fahrzeuge, lauter kleine Lädchen (die nicht als solche erkennbar sind) und einer zentralen Wasserstation.
  • Donnerstag Abend konnten wir erneut ablegen und mussten nur am nächsten Tag zum Abladen der Fracht nochmal bis Nachmittags halten. Um fast genau 18 Uhr sind wir in Nauta, einem kleinen lebhaften Hafenstädtchen, angekommen und dort ausgestiegen. Wir haben das Schiff eine Station früher als geplant verlassen und sind zu unserem Zeilort Iquitos mit dem Bus gefahren.

Endlich angekommen, kann es nun mit der Dschungeltour losgehen.

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